Plan.Spiel.Stadt.
Mögt ihr euch noch an Conflicity erinnern? Gemeinsam mit dem Deutschen Architekturmuseum DAM und Lookout Games konnten wir das Spiel überarbeiten und im Rahmen der Ausstellung «Stadt bauen heute?» zur Wiedereröffnung des sanierten DAMs veröffentlichen.


> Auftraggeberin & Komplizin
Projektleitung & Koordination: Deutsches Architekturmuseum DAM (Stadt Frankfurt)
Realisierung: Lookout Spiele GmbH
> Der Prozess
Wir wurden im Sommer 2024 durch das DAM angefragt, ob wir unseren spielerischen Prototypen Conflicity, mit dem wir 2019 begonnen hatten, fertigstellen und veröffentlichen wollten. Wir mussten nicht lange überlegen: Für uns war das die logische Fortsetzung des partizipativen Entwicklungsprozesses von Conflicity. Weil wir wussten, dass wir mit der Entwicklung von Conflicity dort aufgehört hatten, von wo an wir professionelle Unterstützung zum Fertigstellen und Balancieren der Spielmechanismen benötigt hätten, holte das DAM die Spieleentwickler*innen von Lookout Spiele mit an Bord.
Mit dieser professionellen Unterstützung wurde der Prototyp von Grund auf hinterfragt. Gewisse Elemente von Conflicity, etwa die Stadt als Spielbrett, flogen zugunsten einer einfacheren Spielmechanik raus. Andere Mittel, wie etwa die rundenbasierte Entwicklung von Bauprojekten, blieben bestehen. So näherte sich das Spiel immer mehr einer Form an, die veröffentlicht werden konnte.
Ein Spiel entwickelt sich nur weiter, wenn es regelmässig getestet wird. Und so hat das DAM das Spiel an zahlreiche Spielesessions im (halb)privaten Umfeld, sowie an diversen Workshops und Spieleevents mitgebracht und durchspielen lassen.
Am 20. Juni 2025 war es dann so weit: Im Zuge der Ausstellung «Stadt bauen heute?» und der Wiedereröffnung der Räumlichkeiten des DAMs am Schaumainkai in Frankfurt wurde das Spiel offiziell bekannt gemacht.

> Das Spiel
Entstanden ist ein Strategiespiel, das versucht, den komplexen Prozess der Stadtplanung auf spielerische Art und Weise abzubilden. Es ist den Spieler*innen selbst überlassen, ob sie kooperative oder egoistische Strategien einsetzen. Doch jede Handlung hat Konsequenzen, denn es treffen andauern gegenläufige Interessen aufeinander und müssen verhandelt werden.
Im Spiel schlüpfen die Spieler*innen in verschiedene Rollen – von Investor*innen über Stadtverwalter*innen bis zu Umweltschützer*innen – und müssen Wachstum, Nachhaltigkeit, Umweltbelange, soziale Gerechtigkeit oder auch Ökonomie miteinander in Einklang bringen. Das ist ein Balanceakt, der kluge Entscheidungen und Verhandlungsgeschick erfordert. Durch spielerische Elemente werden Fachwissen, Problemlösungsfähigkeit und ein tieferes Verständnis für Stadtplanung gefördert.
Und das Beste? Ihr könnt euch das Spiel zum Selbstkostenpreis von €25 direkt im Online-Shop des DAMs holen.
> Was nehmen wir mit?
- Ein Spiel besteht aus unterschiedlichen Mechanismen, die ineinander greifen und das Spiel ausbalancieren. Das Wissen eine Spielerentwicklers über diese Mechanismen ist enorm wertvoll, um das Spiel spielbar zu machen.
- Man kann ein Spiel nicht genug testen: Bei jedem Durchlauf entstehend neue Erkenntnisse, Dinge, die man anders gemacht hätte und Unklarheiten, die wir in der Entwicklung noch nicht berücksichtigt hatten.
In dem Sinne: Das Spiel ist auch eine Diskussionsgrundlage! Findet bei Unklarheiten euren eigenen Weg, experimentiert mit unterschiedlichen Zusatzregeln und lasst uns von euren Erkenntnissen hören.
> Wie weiter?
Nun liegt es an euch, Plan.Spiel.Stadt zu spielen. Wir möchten aber den Prozess gerne mit euch weiterdenken, denn das Spiel kann und soll sich immer weiter entwickeln. Deshalb haben wir auf unserer Diskussionsplattform gemeinsamer.space ein Forum eingerichtet, bei dem ihr eure ersten Eindrücke, Rückmeldungen und so weiter mit uns teilen könnt.

